Ahnen und der Generationen-Code

Ahnen auf die Couch

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
0

 

Buchbesprechung des gleichnamigen Buches von Inge Alexander und Sabine Lück durch Eva Laspas

 

Ohne unsere Ahnen wären wir nicht die Menschen, die wir heute sind. Wir erben leider nicht nur ihre Reichtümer oder Schulden, ihr Aussehen und ihre körperlichen Dispositionen. Wir übernehmen auch Wunden und Narben ihrer Seelen und unbewusst etwas, was die Autorinnen des Buches mit „Treuevertrag“ betiteln.

So versucht jede Generation erneut, Heilung und Fortschritt für ihre Ahnen zu bewirken. Auf der einen Seite möchten wir mehr erreichen als unsere Mütter und Väter, durch den „Treuevertrag“ dürfen wir aber nicht den uns gesetzten „Glücksrahmen“ überschreiten. Denn sonst würden wir unsere Eltern an ihrer schmerzlichen Wunde berühren.

 

Den Treuevertrag aufzulösen bringt Heilung

Und um unsere eigenen unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte nicht spüren zu müssen, reichen wir den unbewussten Auftrag der Ahnen nach Heilung unseren Kindern und Kindeskindern weiter. Unbewusst erkennen wir so unsere eigenen Kinder nicht, verwechseln sie mit uns selbst und unsere Eltern mit ihnen. Weil durch den Treuevertrag im Unterbewusstsein nicht unterschieden wird, wessen Leben wir eigentlich leben, wessen Sehnsüchte wir erfüllen wollen, zerstören wir Beziehungen, kontrollieren unsere Partner, spornen unsere Kinder zu Höchstleistungen an.

Erst wenn es uns gelingt diesen Treuevertrag aufzulösen, gelingt es uns auch, die Verbindung zum Selbst zu spüren und unsere Wunden zu heilen.

Damit brauchen wir unsere Kinder oder Partner nicht mehr verändern wollen. Wir setzen auch unsere Fähigkeiten und Qualitäten nicht mehr länger für die Rettung unserer Ahnen ein, sondern für uns selbst und investieren sie in die eigene Lebens- und Beziehungsgestaltung. Wir werden immer freier für echte, hingebungsvoll Liebe, die fließen darf und den anderen und sich selbst annimmt.

 

Scheinidentität

Die Autorinnen nennen den kaum wahrnehmbaren inneren Prozess, der schon im Mutterleib beginnen kann,  Aufbau der „Scheinidentität“.

Wir Menschen haben die einzigartige Fähigkeit, uns von Anfang an auf ganz bestimmte Lebensumstände, Bezugspersonen, Umgebungen einstellen zu können. Dieses unbewusst ablaufenden Programm dient der eigenen Überlebenssicherung und der des Familienclans. Je jünger der Mensch ist, desto besser gelingt ihm diese Anpassung.

Anhand verschiedenster Beobachtungen in den Flüchtlingsfamilien gehen die Autorinnen davon aus, dass es in jedem Menschen ein tiefstes Wissen gibt, was er braucht, um ein zufriedenstellendes, glückliches und ausgewogenes Leben führen zu können.

Sie nehmen außerdem an, dass es in jedem Individuum einen besonderen Kern gibt, der als Ausdruck der Seele nach Vervollkommnung und Weiterentwicklung strebt. Damit dieses seelische Wachstum überhaupt stattfinden kann, werden notwendige Überlebens- und Bewältigungsstrategien entwickelt.

Ein Kind beispielsweise hat das Bedürfnis nach „heilen“ Eltern. Um dieses zu erfüllen, übernimmt das Kind unter Umständen fehlende Rollen für Elternteile und entwickelt darüber hinaus sogar fehlende Anteile für sich selbst. Denn das Kind weiß instinktiv, was die Eltern brauchen, um gute Eltern sein zu können.

Damit sich das Kind aber nicht verloren in der Welt fühlt, muss es die Mutter/den Vater groß sein lassen. Und das führt dann zur

 

Erschaffung der Scheinmutter oder des Scheinvaters

„Der sogenannte Scheinelternteil ist ein Fantasieprodukt des Kindes, den es aus Not und Wunsch nach gesunder Entwicklung erfindet. Um die unzulänglichen oder belasteten Eltern zu scheinbar perfekten Eltern zu machen, wird für jede Lücke und jeden Mangel das Nötige erfunden, kreiert und ausgelagert.

Die Konstruktion von Scheinmutter/-vater entsteht dadurch, dass man die Mutter/den Vater an ihrem/seinem schmerzlichen Punkt der jeweiligen Biografie schont. Um ein Aufgehobensein in der Welt zu erreichen, werden defizitäre Elternfiguren unbewusst mit kindlicher Fantasie angereichert und damit vervollständigt.

Das führt im pathologischen Fall dazu, dass die Ich-Haut, also der Schutz um den inneren Kern des Menschen, durchlässig wird, dass es keine oder keine klare psychische Begrenzung zwischen dem Ich und den anderen mehr gibt.

Die fehlenden Qualitäten, die das Kind von den Eltern gebraucht hätte, versucht es nun selbst auszufüllen und zu entwickeln. Die wichtigsten Elemente dieses „Selbstschutzes“ sind:

Das Kind wird

  • zu seinem eigenen Elternteil
  • zu Eltern für die Eltern
  • zum Vorbild für die Eltern
  • zum inneren Kind der Eltern

 

 

„Diese Identität steht aber kompensatorisch bzw. komplementär in Bezug zu Mutter/Vater, d. h., in independenter Beziehung. Das bedeutet, dass die gesamte Persönlichkeitsentwicklung aus der Balance gerät. Verbiegungen und Verrenkungen entstehen, um dieses Dilemma auszugleichen.

Das Muster dieser Überlebenspriorität wird auf alle Lebensbereiche projiziert (Beziehung, Beruf, die eigenen Kinder, Vorlieben etc.). Die Reifung der eigenen Persönlichkeit gerät ins Abseits, was nicht von Bedeutung erscheint.

Die Reintegration der ausgelagerten, in den Dienst der Elternrettung gestellten eigenen Anteile ist Ziel und Grundvoraussetzung, um die eigene Lebensenergie wieder für selbst zur Verfügung zu haben. So ist es erst möglich, zu werden und zu sein, wer man ist, und in guter Verbindung zu sich selbst verantwortungsvoll die Steuerung des eigenen Lebensschiffs zu übernehmen.

 

Über das Buch „Ahnen auf die Couch“

Die Botschaften der Ahnen und der Einfluss unserer Eltern verbinden vergangene Welten mit der unseren. Die von den Autoren entwickelte Methode „Generationen-Code®“ offenbart, welch ausgefeiltes Wunderwerk das Beziehungsgeflecht unserer Vorfahren mit seinen ineinandergreifenden Schicksalen darstellt. Es kann keineswegs Zufall sein, warum wir in genau diese Familie hineingeboren wurden. Durch die Entschlüsselung des Codes können Verstrickungen in der Herkunftsfamilie geklärt, ungute Verflechtungen gelöst und vererbte Wunden geheilt werden. Die Auflösung des unbewussten Treuevertrags ermöglicht Heilung für das ganze Familiensystem mit neu gestalteten Beziehungen auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt. So wird ein Leben in echter Selbstverantwortung möglich.

Der Generationen-Code® ist ein neurobiologisch fundiertes, transgeneratives familientherapeutisches Konzept, das es möglich macht, den Treuevertrag zu lösen.

Mit dem Buch über den „Generationen-Code®“ wollen die Autorinnen Ingrid Alexander und Sabine Lück das Bewusstsein in uns wecken, dass es diesen Treuevertrag gibt, und derart möglichst vielen Menschen helfen, Antworten zu finden.

 

Buchtipp:

Ahnen auf die Couch
Den Generationen-Code® entschlüsseln und vererbte Wunden heilen
Ingrid Alexander, Sabine Lück
Verlag Scorpio
ISBN 978-3-95803-070-1

 

 

 

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
0

  • Ahnen auf die Couch: Coverbild Scorpio Verlag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*