Schluss mit Ernährungstrends

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Buchbesprechung des gleichnamigen Buches von Dr. med. David L. Katz durch Eva Laspas

Jedes Jahr werden neue Diäten erfunden. Zahlreiche Illustrierte brauchen jedes Jahr im Frühling wieder eine neue Diät, um ihre Hefte zu füllen. Zusätzlich werden Nahrungsergänzungsstoffe und andere Wundermittel erfunden, mit denen man angeblich abnehmen kann und die gesund sein sollen.

Dr. med. David L. Katz: “Der springende Punkt ist, es gibt ein konstantes Spannungsfeld in den Medien zwischen neu und wahr, zwischen fundierten wissenschaftlichen Kenntnissen und provokativen Schlagzeilen oder verblüffenden Zitaten. Auch wenn ich Verständnis dafür habe, dass die Medien um die Aufmerksamkeit ihres Publikums kämpfen müssen und langweilige wissenschaftliche Erkenntnisse abwandeln, sodass sie aufregender, knackiger und überraschender daherkommen. Doch diese verändern sich manchmal derart, dass die Wahrheit kaum noch zu erkennen ist.“

In unserer Gesellschaft leiden viele Menschen an schweren und oftmals heilbaren Erkrankungen wie Herzprobleme, Diabetes, Demenz, Krebs und Fettleibigkeit. Aus Angst, diesem Schicksal zu verfallen, laufen wir jedem Ernährungs- und Heiltrend hinterher, ohne uns über die Folgen klar zu werden.

In dem Buch „Schluss mit Ernährungstrends“ erklärt uns der Ernährungswissenschaftler Dr. David L. Katz leicht verständlich, wie wir mit ein paar wenigen Anpassungen unseres Lebens viel Risiko für diese Krankheiten senken. Er erklärt uns auch, welche Trends wir nicht mitmachen sollten.

 

Über das Buch

Der Ernährungswissenschaftler geht mit ganz einfachen Beispielen in seinem Buch an das Thema der natürlichen Ernährung heran. Auch er plädiert dafür, möglichst wenig Nahrungsmittel zu konsumieren, die mit Zusatzstoffen angereichert sind.

Er plädiert dafür, mit Sinn und Verstand zu essen und unsere Geschmacksknospen zu sanieren. Er lädt uns ein, gesund einzukaufen, gesund zu kochen und uns mehr zu bewegen. Das führt dazu, dass wir weniger krank sind. Außerdem gibt er uns Tipps und Übungen, wie wir Bewegung und Fitness in den Alltag einbauen können.

Im Anhang finden wir ein Ernährungstagebuch, das uns einlädt aufzuschreiben, was wir essen, wieviel und warum. Diese Tabellen eignen sich besonders zum Aufdecken der emotionalen Gründe fürs Essen – damit wir herausfinden, welches Bedürfnis tatsächlich gestillt wird.

 

Auf der Suche nach einer idealen Ernährungsform

Trotz Evolution und technischem Fortschritt, trotz Informationsüberschusses über gesundheitliche Themen, der über die Medien auf uns einprasselt, unterscheidet sich eine gesunde Ernährungsweise heute kaum von der unserer Vorfahren. Schon unser gesunder Menschenverstand sollte uns sagen: Wenn man in Erfahrung bringen möchte, was ein Lebewesen essen sollte, so setzt man am besten bei seiner ursprünglichen Ernährung an.

Auch menschliche Wesen haben eine ursprüngliche Ernährung. Über das meiste Fachwissen in diesem Bereich verfügen die sogenannten Paläoanthropologen – das sind Anthropologen, die sich auf die Steinzeit spezialisiert haben, das längste Zeitalter in der menschlichen Geschichte.

Natürlich wissen wir nicht mehr genau, was die Menschen vor zehntausenden von Jahren gegessen haben. Doch um dies zu erforschen, wird versteinerter menschlicher Müll untersucht. Die Infos werden mit dem Verschleißmuster des menschlichen Gebisses sowie mit dem Wissen, welche Nahrungsmittel es damals gab, ergänzt.

So haben die Paläoanthropologen nach und nach das Puzzle zusammengesetzt und herausgefunden, wie unsere ursprüngliche Ernährung und der Lebensstil in etwa aussahen. Manche Aspekte sind ziemlich offensichtlich: Unsere Vorfahren aus der Steinzeit aßen das, was die Natur ihnen gab. Fertignahrung gehört nicht zu ihrem Speiseplan, weil die industrielle Produktion von Lebensmitteln einfach noch nicht erfunden worden war.

 

Was wir damals aßen

Die Hälfte der Kalorien gewann der Steinzeitmensch aus Pflanzen, die andere aus Fleisch. Pflanzliche Nahrungsmittel haben eine deutlich geringere Kaloriendichte als tierische Lebensmittel. Um die Hälfte des Kalorienumsatzes aus Pflanzen zu beziehen, muss man sehr viel mehr pflanzliche als tierische Nahrungsmittel essen.

Außerdem müssen wir bedenken, dass unser modernes Fleisch sich deutlich vom steinzeitlichen unterscheidet. Das Fleisch damals war mager und hatte einen Fettanteil von ca. 10 %, manchmal auch weniger. Es gab noch keine gezüchteten Mastschweine und noch keine mit Getreide gefütterten Rinder. Die Tiere wuchsen auch nicht auf, ohne ihre Muskel einsetzen zu müssen. In ihrem Fett steckten damals sehr viel mehr ungesättigte Fettsäuren als in unserem heutigen Fleisch.

Experten gehen davon aus, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren mindestens 100 g Ballaststoffe pro Tag verzehrten, die ihren Ursprung in einer Vielzahl pflanzlicher Nahrungsmittel hatten. Sie aßen diese in solch rauen Mengen, dass sie ausreichten, ihren, durch die ständige körperliche Bewegung ziemlich hohen Energiebedarf, zu decken.

Bei der gesunden Ernährung heute stehen durchgängig dieselben Nahrungsmittel im Vordergrund: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkorngetreideprodukte. Manche Diäten enthalten auch Fisch und Meeresfrüchte, andere nicht. Manche setzen auf fettreduzierte Milchprodukte, andere nicht. Doch alle Diäten warnen mit Nachdruck vor stark verarbeiteten Lebensmitteln, die raffinierte Stärke, Zucker, Transfette, gesättigte Fettsäuren und oder Salz in konzentrierter Form enthalten.

Vor kurzem fand man heraus, dass Menschen, die eine extreme Low-Carb-Diät befolgen, am meisten Gewicht verloren und diesen Gewichtsverlust auch aufrechterhielten, manche davon aber extrem übersäuerten.

 

Unsere persönliche Ernährungsform

Sobald wir also die Grundbausteine einer gesunden Ernährung kennen, haben wir bald die benötigten Skills, um uns unsere eigene Ernährungsform zu konzipieren.

Damit nähert sich Dr. Katz der fernöstlichen Ernährungsform, die schon seit tausenden von Jahren eine individuelle Ernährungsform kennt. Dabei wird gegessen, was die persönliche Konstitution und der Lebensstil erfordern.

Am Anfang lohnt es sich, folgende Maximen im Kopf zu behalten: Je länger haltbar ein bestimmtes Nahrungsprodukt ist, desto kürzer wird die „Haltbarkeit“ desjenigen sein, der es regelmäßig konsumiert.

Mit der Zeit erlangen wir mühelos alle notwendigen Skills, um ein Ernährungsmuster zu entwickeln, das uns in unseren Bemühungen unterstützt, gesund und ohne Übergewicht zu leben.

 

Buchtipp:

Schluss mit Ernährungstrends
Sie dürfen mehr, als sie denken. Außer Fertiggerichte.
Dr. med. David L. Katz
Mosaik Verlag
ISBN 978-3-442-39298-8

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